Gesellschaft, Geschichte, Bildung

 

15. Oktober

»Jegliches hat seine Zeit« Geschichtenfrühstück mit Dr. Andrea Dietrich

Anlässlich der neuen Sonderausstellung zu den Festen und Bräuchen im Lebenskreis der Menschen in Böhmen und Sachsen wird zum Geschichtenfrühstück auf Schloss Weesenstein eingeladen. Wie begingen unsere Nachbarn in alter Zeit ihre Feste? Nicht nur religiöse, sondern auch in ältere Zeiten zurückreichende Bräuche sind uns heute oft unbekannt. Anhand von Bildern und literarischen Texten bringt Historikerin Dr. Andrea Dietrich die festlichen Höhepunkte im Leben unserer tschechischen Nachbarn näher und lässt auch Božena Němcová zu Wort kommen, die dem alten Böhmen in ihrem Buch „Die Großmutter“ ein liebevolles Denkmal gesetzt hat.

Mit freundlicher Unterstützung des VVO.

Ort: Schloss Weesenstein, Am Schlossberg 1, D 01809 Müglitztal, Telefon +49 (0) 35027 62629, Karte anzeigen (Google Maps)

Datum und Uhrzeit: 15. Oktober, 10:30 Uhr

Eintrittspreis: 15 EUR

Tickets: Tickets sind an der Abendkasse erhältlich.

 

24. Oktober

„Von der Vertreibung bis zum Prager Frühling“ Zur Geschichte der Kirche in Tschechien

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde von der Prager Regierung die Vertreibung der Deutschen als „humaner Transfer“ durchgeführt. Die Vertreibung von fast drei Millionen deutschen Katholiken, über 1000 Priestern sowie 2800 Nonnen ließ pastorale Ruinenfelder zurück. Nach der Machtübernahme der Kommunisten begann die Unterdrückung der Kirchen. Bereits 1950 waren die Bischöfe im Gefängnis und wurden alle Klöster aufgehoben.

Der Vortrag von Prof. Dr. Rudolf Grulich thematisiert die Geschichte der Kirche in Tschechien von der Vertreibung der Deutschen bis zum kurzen Prager Frühling, der die Lage zwar besserte, in dessen Folge aber die „Normalisierung“ nach dem Einmarsch der Warschauer Pakt-Staaten zu erneuter Unterdrückung führte, die bis zur „Samtenen Revolution“ 1989 anhielt.

Prof. Dr. Rudolf Grulich (geb. 1944 in Runarz, Mähren) ist seit 1988 wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Kirchengeschichte von Böhmen-Mähren-Schlesien e.V. in Königstein und lehrt seit 1990 als Honorarprofessor für Kirchengeschichte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seit 2005 ist er mitverantwortlich für ein Projekt der Prager Karlsuniversität „Kirche und Nationalismus im 19. und 20. Jahrhundert in den böhmischen Ländern“.

© Peter R. Fischer

Ort: Haus der Kathedrale, Schlossstraße 24, D 01067 Dresden, Telefon +49(0)351 4844742, Karte anzeigen (Google Maps)

Datum und Uhrzeit: 24. Oktober, 19:00 Uhr

Eintrittspreis: Eintritt frei

 

2. November

„40 Jahre Charta 77“ Podiumsdiskussion mit den Unterzeichnern Jan Sokol und Daniel Kroupa

Aus Anlass des 40. Jubiläums der Charta 77 wird zu einer Podiumsdiskussion mit den Unterzeichnern Prof. Jan Sokol und Daniel Kroupa Ph.D. eingeladen. Der 1936 in Prag geborene Philosoph, Hochschullehrer und Politiker Jan Sokol war Gründungsdekan der Fakultät für die Wissenschaften vom Menschen der Karls-Universität Prag. Als einer der Erstunterzeichner der Erklärung, die am 1. Januar 1977 veröffentlicht wurde, um auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen, war er in der Zeit vor der „Samtenen Revolution“ in verschiedenen Bürgerbewegungen aktiv. Der Philosoph Daniel Kroupa, geboren 1949 in Plzeň, ist Politiker, Bürgerrechtler, Hochschullehrer und ebenfalls einer der Unterzeichner der Charta 77, deren Zahl bis 1989 auf 2000 anstieg. Die aus der Petition entstandene gleichnamige Bürgerrechtsbewegung ist in der Tschechoslowakei von 1977 bis 1992 aktiv gewesen. Hauptsächliche Verfasser der Erklärung und erste Sprecher der Bewegung waren Václav Havel, Jan Patočka und Jiří Hájek.

Eine Veranstaltung der Brücke/Most-Stiftung in Zusammenarbeit mit Post Bellum o.p.s., mit freundlicher Unterstützung des Tschechischen Zentrums Berlin.

Ort: Brücke/Most-Stiftung, Brücke-Villa, Reinhold-Becker-Straße 5, D 01277 Dresden, Telefon +49(0)351 433 14 200, Karte anzeigen (Google Maps)

Datum und Uhrzeit: 2. November, 19:00 Uhr

Eintrittspreis: Eintritt frei

 

7. November

Edgar Hahnewald: „Karl Herschowitz kehrt heim“

Zu einem Vortrag und Gespräch über den Schriftsteller-Journalisten Edgar Hahnewald, einstiger Redakteur der „Dresdner Volkszeitung“, wird in die Gedenkstätte Münchner Platz eingeladen. Dr. Swen Steinberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte, hat 2016 eine Biografie über Edgar Hahnewald veröffentlicht und präsentiert eine kritische Edition von dessen im Frühjahr 1936 in Prag veröffentlichten Roman „Karl Herschowitz kehrt heim. Eine Geschichte aus unserer Zeit“. Darin werden Aufstieg und Machtübernahme der Nationalsozialisten in Sachsen und Dresden beschrieben, aber auch die Identifikationssuche des Autors. Die Orientierung auf die neue Heimat und die solidarische Aufnahme der deutschen politischen Flüchtlinge in der Tschechoslowakei führten bei Hahnewald zur „Heimkehr ins Exil“. 1938 sollte ihm und seiner Frau auch diese Heimat erneut verloren gehen. Sie flüchteten nach Schweden und überlebten dort den Nationalsozialismus.

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden in Kooperation mit dem Dresdner Geschichtsverein e.V.

Ort: Gedenkstätte Münchner Platz Dresden, Münchner Platz 3, D 01187 Dresden, Telefon +49(0)351 46331990, Karte anzeigen (Google Maps)

Datum und Uhrzeit: 7. November, 19:00 Uhr

Eintrittspreis: Eintritt frei

 

9. November

„Barock in Böhmen“ Die Architektur der Gegenreformation

Während in Deutschland das Reformationsjubiläum gefeiert wird, zelebrieren die tschechischen Nachbarn in diesem Jahr den Barock. Der Vortrag der Historikerin Dr. Andrea Dietrich zeigt, dass Tschechien als Bollwerk der Gegenreformation eine wahrhaft barocke Kulturlandschaft ist, deren Bauwerke und Denkmäler uns noch heute in ihrer Üppigkeit faszinieren: Kirchen und Klöster, Schlösser und Gärten, Wallfahrtsorte und Skulpturen in ihrer ganzen überschäumenden Pracht.

Ort: Feldschlösschen-Stammhaus, Budapester Straße 32, D 01069 Dresden, Telefon +49(0)351 4718855, Karte anzeigen (Google Maps)

Datum und Uhrzeit: 9. November, 19:00 Uhr

Eintrittspreis: Eintritt frei